Flechtgeräte
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Die Erfindung diverser Flechtgeräte wie Marudai, Kakudai, Ayatakedai und Takadai ist eine enorme Erleichterung beim Arbeiten. Bis dahin mussten alle Stränge des Gewebes von Hand geordnet und auf Spannung gebracht werden, so wie man es heute noch aus Peru kennt.

 

Marudai

Marudai

Mein liebstes Flechtgerät ist der Marudai (maru = rund, dai = Gerät). Hierbei handelt es sich um einen runden Hocker mit einem konischen Durchbruch in der oberen Scheibe, dem Spiegel. Alle Stränge führen von oben durch den Durchbruch und das fertige Geflecht wird von einem Gewicht nach unten gezogen. Die einzelnen auf Tama aufgespulten Stränge hängen um den Spiegel verteilt am Rand herunter. So hat der Flechter die Möglichkeit nur die Stränge aufzunehmen die er gerade benötigt, da der Rest sauber abgelegt auf dem Spiegel ruht. Die nötige Spannung kommt durch das Gewicht der Tama und dem angehängten Gegengewicht zustande.

 

Kakudai

Kakudai

Der Kakudai (kaku = viereck) hat eine viereckige Arbeitsfläche. Beim Kakudai wird das fertige Geflecht nach oben weggezogen. Die Stränge führen vom Flechtpunkt auf kürzesten Weg zum Rand der Arbeitsfläche und liegen hier nur seitlich an. Der seitliche Galgen zieht das Band nach oben und sorgt durch die angebrachten Gewichte für das Gleichgewicht mit den Spulen sowie für die benötigte Spannung beim Flechten. Statt der aufwendigen Galgenkonstruktion kann das Band auch einfach zu einer Umlenkrolle an der Decke geführt werden.
Die Stränge werden beim Flechten mit dem Kakudai verdrillt, wodurch festere Bänder mit einer etwas andere Textur entstehen als auf dem Marudai.

 

Ayatakedai

Ayatakedai

Der Ayatakedai hat seinen Namen von den traditionell aus Bambus (take = Bambus) gefertigten Federn. Damit sind die schräg stehenden Ablagen mit den Rasten für die einzelnen Stränge gemeint. Ein Ende des Geflecht ist wie immer fixiert und das andere, freie Ende ist auf den Tama aufgewickelt und kann somit auf den unterschiedlichen Positionen der Federn abgelegt werden. Die einzelnen Stränge werden, wie beim Kakudai, gedrillt. Mit fortschreitenden Arbeit wird das fertige Band auf einer Art Warenbaum aufgewickelt, so dass der eigentliche Flechtpunkt immer in einer günstigen Position liegt. Das besondere beim Flechten mit dem Ayatakedai ist die Verwendung eines Schussfaden der mit einem Holzschwert angeschlagen wird. Die sehr flachen Bänder des Ayatakedai fallen in der Regel etwas länger aus.

 

Takadai

Der Takadai (taka = hoch) ist das größte Flechtgerät. Es kann bis zu 1m² Fläche einnehmen. Eigentlich ist auf halber Höhe ein Boden eingezogen auf dem man, ebenso wie es auf Tatamis üblich ist, kniet. Für Europäer wurde der Takadai so abgeändert, das man sich mit einem Hocker in das Gerät setzen kann. Rechts und links befinden sich zwei Holme auf unterschiedliche Ebenen. In diesem Holm befindet sich eine Nut in der die sogenannten Pferdchen entlang gleiten. Jedes Pferdchen hat in der Regel 6 Zapfen welche dazu dienen die einzelnen Stränge zu separieren. Die Stränge führen von ihrem fixen Punkt am hinteren mittleren Punkt des Takadai zu den Pferdchen in den Seitenholmen. Beim Flechten wird mit der Hand ein Fach in den fächerförmig liegenden Strängen einer Seite gebildet und die hinterste Spule wie ein Schussfaden durch das Fach auf die andere, diagonal liegende Seite gebracht. Der Takadai erlaubt es drei unterschiedliche Typen von Bändern herzustellen.

  • Einlagige Bänder
  • Zweilagige Bänder
  • Doppelgewebe

Wer ein japanisches Flechtgerät für Kumihimo bauen möchte, der kann sich hier einen Bauplan für einen Marudai, einen Kakudai oder einen Ayatakedai ausdrucken.

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